A Filetta - Artist in Residence

Ihre Lieder sind herb und sanft, heftig und zärtlich, Aufschrei oder Flüstern; sie klingen ernst, doch nie verzweifelt, melancholisch, doch nie traurig. Vor 30 Jahren gegründet, hat die 7-köpfige korsische Gesangsgruppe um ihren charismatischen Leiter Jean-Claude Aquaviva den traditionellen polyphonischen Gesängen Korsikas die Erfahrungswelt der Gegenwart erschlossen. Ihr musikalischer Weg ist reich an Begegnungen auf dem Gebiet des Theaters, der Filmmusik und der szenischen Kreationen des Tanzes. Ihre Musik überwindet die Zeit, ist ein weltoffenes Sammelbecken, das sich nie abkapselt, nie zusammenschrumpft auf sich selbst und gerade dadurch die überlieferten Wurzeln und Traditionen der Insel bewahrt; ein Verständnis von Tradition, das sie nicht in Gegensatz stellt zu Inspiration und Erneuerung.
Der Zauber von A Filetta vereint herbe Schönheiten und einen melancholischen Unterstrom – doch immer öffnen ihre Gesänge die Herzen, sind voller Hoffnung, sind pure, klingende Leidenschaft. Kaum ein Ensemble könnte den Geist des diesjährigen Festivals besser verkörpern. Und daher werden die sieben korsischen Sänger Jean-Claude Acquaviva, Jean-Luc Geronimi, Paul Giansily, Ceccè Acquaviva,
José Filippe, Jean Sicurani und Maxime Vuillamier unsere Artists in Residence in drei unterschiedlichen Produktionen zu erleben sein:
„Bezaubernd wie die Nacht, tief wie die Hoffnung.“ (L‘Express)

Apocrifu

A Filetta & Sidi Larbi Cherkaoui

So 12.7. | 20.30 Uhr | Burghof Lörrach | € 32 / 28 / 24

In der Tanzwelt ist Sidi Larbi Cherkaoui ein Star. Im Burghof war er bereits 2008 zu sehen. Er gilt als einer der musikalisch sensibelsten und szenisch einfallsreichsten Choreographen der Gegenwart, erhielt schon 2002 den Nijinsky-Award als weltbester Nachwuchs-Choreograph und erst jüngst mit dem Kairos-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung den höchstdotierten deutschen Tanzpreis. Apocrifu, eine seiner besten Arbeiten, führt ihn mit A Filetta zusammen. Kein Zufall: Beide bewegen sich im Spannungsfeld von Tradition und Individualität – und den Fragen religiöser Überlieferung. Apocrifu spielt an auf alttestamentarische Schriften – Grundlage sowohl für die Bibel wie auch für den Koran. Die korsischen Sänger kommentieren mit ihren Gesängen die Aktionen der drei Tänzer – neben Sidi Larbi selbst, Yasujuki Shuto aus Japan und der Franzose Dimitri Jourde – die um Identität und den wahren Glauben ringen. Ihre Bewegungen kreisen um das geschriebene Wort, um Bücher, die sich türmen. Bibel oder Koran, verbotene Schriften oder Propaganda? – Larbis Anspielungen bleiben vieldeutig. Apocrifu ist auf der Suche nach dem verborgenen Göttlichen, knüpft auf intime Weise Fäden zwischen Orient und Okzident, ist beflügelnde Leichtigkeit und irdische Schwere – eine intensive Verbindung von Gesang und Tanz.
Produktion: Opera La Monnaie, Brüssel

F Pour sa première création à la Monnaie,Sidi Larbi Cherkaouia décidé de travailler sur un trio. Avec le groupe vocal corse A Filetta pour la partie musicale, Sidi Larbi Cherkaoui explore l’univers de tout ce que l’on rejette. «Les apocryphes, ce sont les évangiles qui ont été rejetés par l’Eglise. Pour moi, c’est le symbole de tout ce qui est rejeté. J’ai voulu créer une danse, une sorte de communauté homéopathique où tout a sa place, où il n’y a pas de déchets.» Travaillant avec un danseur classique et un autre qui vient du cirque et du contemporain, le chorégraphe a aussi voulu mêler intimement ces diverses pratiques plutôt que de les faire évoluer côte à côte.

Das Abendprogramm in geringer Auflösung (~ 500KB)

Das Abendprogramm zum Download zum Druck (~ 9MB)

 

A Filetta auf myspace

Videos von A Filetta

Videos von Sidi Larbi Cherkaoui

kleiner Einblick in Apocrifu

Tickets

Pessoassion

A Filetta - Joana Aderi - Peter Schröder

Mi 15.7. | 20.30 Uhr | Burghof Lörrach | € 32 / 28 / 24
Eine Hommage an Fernando Pessoa
Fotografie: Torsten Warmuth, Regie: Marion Schmidt-Kumke

Pessoassion ist eine musikalisch-visuelle Annäherung an Fernando Pessoa (1888-1935), den größten portugiesischen Dichter des 20. Jahrhunderts. Pessoa bedeutet im Portugiesischen so viel wie Person, Maske, Niemand, Fiktion. Und Fiktion waren seine zahlreichen Gestalten, Heteronyme und Alter Egos. Jean-Claude Acquaviva (künstlerischer Leiter von A Filetta) hat ausgewählte Texte Pessoas ins Korsische übertragen und vertont. A Filetta führt in seinen Kompositionen Klang, Harmonie und
Polyphonie so zusammen, dass sie mit der Bedeutung und Musikalität der Worte zu einer Einheit verschmelzen. Die Schweizerin Joana Aderi erzeugt mit ihrer Stimme kompositorisches Rohmaterial, das sie live durch den elektronischen Äther schickt. Ohne Berührungsängste mixt sie Technobeats, abstrakte, minimalistische Sounds und klassische Melodien. In den Bildern Torsten Warmuths sind Welt-Ausschnitte mehr als Momentaufnahmen: ein vielschichtiges Schillern unterschiedlicher Bildebenen, Figuren queren einander, verstreifen und öffnen den Blick in psychische Räume. Der Schauspieler Peter Schröder, Ensemblemitglied am Theater Basel, arbeitet in Pessoassion zum zweiten Mal mit Torsten Warmuth. Mit der Lörracher Regisseurin Marion Schmidt-Kumke wird er einen literarisch-dramaturgischen Bogen spannen und dem Faszinosum Pessoa eine Stimme geben.

Produktion: STIMMEN-Festival 09
Musik: Jean-Claude Aquaviva, Joana Aderi
Fotografie: Torsten Warmuth
Regie/Dramaturgie: Marion Schmidt-Kumke

F Pessoassion, c’est un rapprochement musical et visuel à Fernando Pessoa, le grand poète portugais du XXe siècle. A Filetta – Artist in Residence – travaillent avec la musicienne d’Electro Joana Aderi, avec l’acteur Peter Schröder et avec le photographe artistique Torsten Warmuth. Marion Schmidt-Kumke, la réalisatrice, fait vivre des personnesfictives et le monde fascinant de Pessoa – c’est Pessoassion!

DAS ABENDPROGRAMM IN GERINGER AUFLÖSUNG (~ 600KB)

DAS ABENDPROGRAMM IN DRUCKFÄHIGER AUFLÖSUNG (~ 5MB)

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Houria Aïchi & l’Hijaz’Car | A Filetta & Danyel Waro

Sa 18.7. | 20 Uhr | Rosenfelspark Lörrach | € 26

Die einzigartige Kultur der Shawiya-Berber ist geprägt von der Liebe zur Natur und zu den Pferden dieser kargen Berglandschaft. Widergespiegelt wird dies in Liedern von einfacher Struktur und Melodie, die Houria Aïchi mit einer ausgefeilten, nasalen und gutturalen Gesangskunst präsentiert. Zusammen mit dem Straßburger Ensemble L’Hijâz ’Car erweckt sie eine unbekannte Facette maghrebinischer Kultur mit rauer Magie zum Leben, Oud, Bassklarinette, Rosenholzflöte, Basslaute und galoppierende Rahmentrommeln gruppieren sich um die kehlige Stimme.

Es ist ein Aufeinandertreffen von Feuer und Wasser, von Freude und Trauer, von Trance und Innerlichkeit; eine Nacht, in der sich die Trance und Zauberkraft der Maloya-Gesänge aus La Reunion und die Magie der korsischen Polyphonien berühren und begegnen: Danyel Waro, der Schamane und Maloya-Sänger aus La Réunion und A Filetta, die Protagonisten der nicht minder eigenständigen Gesangstraditionen Korsikas. Auf ekstatische Soli folgen subtile Gebete und poetische Konzentration, die wiederum von wilden Ausbrüchen verdrängt wird. Spielerisch begegnen sich die Seelen zweier völlig verschiedener Inseln, ohne sich vereinigen zu wollen. Und während sie sich an ihrem Repertoire und ihrem kulturellen Erbe reiben, verbindet
ihr musikalischer Dialog die Herzen. Lieder und Gesänge öffnen die Zugänge zu den Schönheiten und Schmerzen, zum charmanten Reiz ihrer Geheimnisse. Eine Begegnung voller Überraschungen und Freiheiten, eingebettet in freundschaftliche Großzügigkeit und Offenheit. „Schwarze Seele des Maloya“ nennen die kreolischen Inselbewohner den weißen Abkömmling französisch-britischer Kolonialherren: Danyel Waro ist der Sänger und Dichter, die Stimme La Réunions. Er singt den heilenden und befreienden Blues der Insel im Indischen Ozean mit Worten, die von vergangener Sklaverei und von gegenwärtiger Unterdrückung, Rassismus und Exil erzählen. Und er besingt die Liebe zu diesem Land – umspielt von Rhythmen, die auf sanfte Art ekstatische Tänze befeuern und berauschen wie langsam ans Ufer schwappende
Wellen. Maloya – ein heilendes und befreiendes Ritual, ein in der Volkskultur der Insel tief verwurzelter Trancezustand, dessen Treibstoff Gesang und Percussion sind.

 

F Autour de l'univers acoustique crée par Grégory Dargent, associant anciens et modernes à travers le traitement d'archives sonores, la dynamique du rock, du jazz, des musiques méditerranéennes, autant de styles maîtrisés par les jeunes musiciens de l'Hijâz'Car, la chanteuse célèbre, Houria Aïchi, l'universalité des règles de la chevalerie, de la bravoure, de l'amour, prônées par ces princes cavaliers, les Rayan el khil qui ont marqué son enfance. Danyel Waro est un musicien, chanteur, poète de l'île de La Réunion. Il est l’un des principaux acteurs de la renaissance du Maloya (style musical aux origines africaines, malgache et indienne). Par sa musique, il sait faire prendre conscience à de nombreux Réunionnais (égarés dans les méandres du jazz, du zouk ou du reggae) de l'importance de leur patrimoine culturel...

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