Contrapunkte – Chorklang heute

Inszenierte Chorkonzerte sind heute keine Seltenheit mehr. Auch haben sich innovative Chöre in den vergangenen Jahren ein völlig neues Repertoire erarbeitet. Mehr denn je vereinen sie Lautes und Leises, Sakrales und Weltliches, Meditatives und Expressives, Rhythmisches und Melodiöses, Avantgardistisches und Traditionelles, Improvisiertes und Arrangiertes, Klassisches und Innovatives, Regionales und Internationales. STIMMEN präsentiert einen kleinen Ausschnitt dieser spannenden und vielfältigen neuen Chorlandschaft.

Do 2.7. World Sun Songs
KAMER JUGENDCHOR (Lettland)

Sa 4.7. Vespero della Maria Vergine - Marienvesper von Claudio Monteverdi

EVANGELISCHE KANTOREI RHEINFELDEN & CAPRICCIO BASEL
Konzerteinführung um 18.15 Uhr!

Sa 11.7. Stabat Mater
LES ARTS FLORISSANTS (Frankreich)

So 19.7. Die Luft zum Atmen
TUTARCHELA (Georgien) | ANÚNA (Irland)

Eines der spannendsten Chorprojekte weltweit

Den Auftakt macht eines der spannendsten Chorprojekte weltweit. Gegründet wurde der KAMER JUGENDCHOR aus Lettland 1990 auf Initiative des Dirigenten Maris Sirmais, der bis heute auch sein künstlerischer Leiter ist. Auf seinen Konzertreisen durch Europa, Asien und die USA riss der Chor in den vergangenen Jahren seine Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin; er gewann alle renommierten Preise, die bei internationalen Chorwettbewerben zu vergeben sind, so u.a. den „European Grand Prix for Choral Singing“ (2004), den 1. Preis bei der Chor Olympiade in Peking (2006).


KAMER arbeitet regelmäßig mit herausragenden Musikern und Komponisten zusammen, mit Gidon Kremer und seiner Kremerata Baltica, dem Violinisten Yuri Bashmet und vielen anderen. Bei STIMMEN wird der Chor am Donnerstag, 2. Juli, sein bisher außergewöhnlichstes Projekt vorstellen: die World Sun Songs.

17 Komponisten aus 16 Ländern schrieben auf Einladung des Chores Werke über die Sonne, darunter so renommierte Komponisten wie John Taverner (England): „The Eternal Sun”; Giya Kancheli (Georgien): „Lulling the sun”; Hendrik Hofmeyr (Südafrika): „Desert Sun” und John Luther Adams (USA): „Sky with for Suns”.
Mit ihren Kompositionen trugen sie dazu bei, aus den World Sun Songs eine musikalisch äußerst spannende und vielfältige Reise um die Welt von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zu machen.


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Stilistisch neu und außerordentlich schön

Die EVANGELISCHE KANTOREI RHEINFELDEN feierte bereits im Jahr 2000 ihr 100-jähriges Bestehen und zählt, dank der Arbeit des Kantors und langjährigen Dirigenten Rainer Marbach, zu den herausragenden Chören in der Region. Er sieht seine Rolle in der Pflege und überzeugenden Präsentation der geistlichen Chorliteratur sowohl im kirchlichen wie im öffentlichen Kulturleben.

Am 4. Juli wird der Chor, zusammen mit dem renommierten Ensemble für Alte Musik CAPRICCIO BASEL, Claudio Monteverdis „Vespero della Maria Vergine“ – Marienvesper (1610) aufführen, ein Werk, das aufgrund seiner stilistischen Neuerungen und seiner außerordentlichen Schönheit Musikgeschichte schrieb.

Konzerteinführung um 18.15 Uhr!

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Das Abendprogramm zum Download (~ 6MB)

Eine musikalische Reise nach Italien

LES ARTS FLORISSANTS zählen zu den führenden Ensembles der historischen Aufführungspraxis in Frankreich und Europa. Von William Christie gegründet, ist es dem Ziel verpflichtet, in Klang und Stil der Entstehungszeit der aufgeführten Werke möglichst nahekommende Interpretationen zu erarbeiten. Es vereint ein Instrumental- und ein Vokalensemble, in dem alle Musiker und Sänger regelmäßig auch solistische Aufgaben übernehmen.

Am Samstag, 11. Juli wird das renommierte Ensemble unter der Leitung von Paul Agnew sein Debut beim STIMMEN-Festival in Les Domincains in Guebwiller geben. Unter dem Titel „Stabat Mater“ steht eine musikalische Reise nach Italien zur Zeit der Aufklärung auf dem Programm.
Es vereint geistliche Musik und Werke von Antonio Lotti, Giovanni Legrenzi, Antonio Caldara mit dem Stabat Mater von Domenico Scarlatti; Musik, die in den Palästen von Palermo und in den Klöster der Dogenstadt am Canale Grande immer noch nachhallt und Teil unseres universellen Kulturerbes ist.


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Im Konzertsaal unter freiem Himmel

„Chorklang heute“ klingt in einem Konzertsaal unter freiem Himmel aus, im Lörracher Rosenfelspark. Dieser Abend am Sonntag, 19. Juli führt die glasklaren Stimmen des irischen Chores ANÚNA und TUTARCHELA, einen Chor selbstbewusster und energischer junger Frauen aus Georgien, zusammen.

Weibliche Gesangskunst in der Männerdomäne
Die UNESCO hat die hohe Gesangskunst aus den Bergen Georgiens, wo sich Europa und der Orient berühren und traditionell im Freien gesungen wird, in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Tutarchela zählen zu den wenigen weiblichen Ensembles im Reich der nahezu ausschließlich Männern vorbehaltenen Gesangskunst dieses Landes. So wie die besondere Form der Polyphonie in Georgien haben die Intonationsreinheit der Sängerinnen und Sänger und die typischen trillerähnlichen Melodieschleifen in Irland Tradition.

Bekannt aus Riverdance
Unter der Leitung des Komponisten Michael McGlynn hat Anúna aus dieser musikalischen Basis und aus der Tradition der keltischen Gesangstradition heraus das sogenannte Cluster-Singen zu einem charakteristischen Stilmerkmal entwickelt.
Polyphon werden die glasklaren Solostimmen mit manchmal fremd klingenden Harmonien und Lautmalereien begleitet, wodurch der Chorklang Obertöne in seltener Dichte hörbar macht. Anfang der 90er Jahre schuf der Chor die musikalische Basis für die Erfolgsproduktion „Riverdance“ und bezieht seitdem die szenische Arbeit im Raum in seine Konzerte ein, was auch für das STIMMEN-Konzert im Rosenfelspark eine ganz spezielle Inszenierung erwarten lässt.

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