Israel

Victoria Hanna

Der Klang und die Worte der hebräischen Sprache und die enorme Bedeutung der Vortragskunst im Gebet prägten die Tochter eines orthodoxen Rabbis. „Das ist einerseits wunderschön und andererseits nur schwer zu ertragen“, sagt sie. Frauen der orthodoxen Gemeinde sind Auftritte vor Männern verboten, deshalb war ihr der Weg auf die Bühne eigentlich versperrt. Sie betrat ihn dennoch, unter dem Pseudonym Victoria Hanna und ohne das Wissen ihrer Familie. Heute zählt sie zu den wenigen Erneuerinnen der vokalen Musik in Israel. In ihren Performances integriert sie hebräische Texte, Gebete und religiöse Gesänge in einen vollkommen neuen, modernen Kontext aus Musik, Theater, gesprochenem Wort und Videoprojektionen.
Zeit ihres Lebens bewegt sich Victoria Hanna in enormen Spannungsfeldern: dem ganz persönlichen sowie dem inner-israelischen zwischen Orthodoxie und Moderne; der selbstgestellten Herausforderung, alte Texte in für sie stimmiger Form zu singen und zu interpretieren und dabei immer aufzutreten im aktuellen Kontext des nie enden wollenden Palästina-Konflikts.
Victoria Hanna sang auf bedeutenden Festivals weltweit wie z.B. – ein für sie einmaliges Erlebnis – in der Eröffnungszeremonie für das New Delhi Sacred Music Festival 2003 zu Ehren des Dalai Lama. Ihr Auftritt beim STIMMEN-Festival 2005 im Riehener Wenkenpark zählt zu den scheusten, zerbrechlichsten und doch intensivsten Momenten der Festivalgeschichte.

 

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